Pflege zu Hause im Winter: Worauf Angehörige besonders achten sollten

13. Januar 2025

Der Winter stellt pflegende Angehörige vor besondere Herausforderungen. Eisige Temperaturen, Schnee und Dunkelheit können den Alltag erschweren – sowohl für Pflegebedürftige als auch für ihre Betreuenden. Mit den richtigen Vorkehrungen und einem klaren Blick für die besonderen Anforderungen der kalten Jahreszeit ist eine sichere und angenehme häusliche Pflege aber trotzdem möglich. Wir haben die nützlichsten Tipps für Sie zusammengefasst:

Sicherheit in den eigenen vier Wänden

Im Winter steigt das Risiko von Stürzen durch glatte Böden und nasse Schuhe. Daher ist es wichtig, die Wohnung winterfest zu gestalten:

  • Rutschhemmende Fußmatten: Platzieren Sie Matten an allen Eingangsbereichen, um Schnee und Wasser aufzufangen.
  • Rutschfeste Beläge: Sorgen Sie dafür, dass Böden in stark frequentierten Bereichen sicher sind. Antirutschmatten oder -streifen können helfen.
  • Ausreichende Beleuchtung: Lange Dunkelheit macht eine gute Ausleuchtung der Wohnräume und Flure besonders wichtig. Bewegungsmelder sind eine praktische Lösung.
  • Fenster und Türen abdichten: Durch undichte Stellen kann kalte Luft in die Wohnung gelangen. Überprüfen Sie die Dichtungen und tauschen Sie diese bei Bedarf aus.
  • Winterfeste Schuhe: Achten Sie darauf, dass Pflegebedürftige rutschfeste, warme und bequeme Schuhe tragen, die sicheren Halt bieten.


Schutz vor Kälte und Unterkühlung

Pflegebedürftige Menschen sind oft empfindlicher gegenüber Kälte. Achten Sie daher auf angemessenen Schutz:

  • Raumtemperatur: Halten Sie die Wohnräume angenehm warm, idealerweise bei ca. 20 Grad Celsius. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Heizungen richtig funktionieren.
  • Warme Kleidung: Mehrschichtige Kleidung hält besser warm. Vergessen Sie nicht Handschuhe, Mützen und warme Socken.
  • Wärmende Decken: Sie sind schnell griffbereit und sorgen für zusätzliche Wärme bei Bedarf.
  • Bettwärmer: Bettwärmer oder Wärmflaschen können zusätzlichen Komfort bieten.


Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Im Winter neigen viele dazu, weniger zu trinken. Doch gerade ältere Menschen benötigen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr:

  • Warme Getränke: Tee, Suppen oder Brühen helfen, den Flüssigkeitsbedarf zu decken und wärmen von innen.
  • Ausgewogene Ernährung: Vitaminreiche Kost stärkt das Immunsystem. Besonders wichtig sind Vitamin D (z. B. in Fisch oder Eiern) und Vitamin C (z. B. in Orangen und Paprika).
  • Gesunde Snacks: Halten Sie Kleinigkeiten wie Nüsse, Trockenfrüchte oder Müsliriegel bereit, um den Energiebedarf zwischendurch zu decken.
  • Mahlzeiten planen: Bereiten Sie Mahlzeiten vor und frieren Sie diese ein, um an stressigen Tagen schnell auf gesunde Kost zurückgreifen zu können.


Schutz vor Infektionen

Die Winterzeit bringt auch ein erhöhtes Risiko für Erkältungen und Grippe mit sich. Präventive Maßnahmen sind daher unerlässlich:


Mobilität und Bewegung

Bewegung ist auch im Winter wichtig, um die Gesundheit zu fördern:

  • Spaziergänge bei Tageslicht: Diese helfen, das Wohlbefinden zu steigern und einen möglichen Vitamin-D-Mangel auszugleichen. Achten Sie auf rutschfestes Schuhwerk.
  • Gymnastik zu Hause: Leichte Übungen verbessern die Beweglichkeit und fördern die Durchblutung.
  • Kreative Bewegungsalternativen: Nutzen Sie Sitzgymnastik, Tanz oder einfache Stretchübungen, um die Mobilität zu erhalten.
  • Barrierefreie Wege schaffen: Sorgen Sie dafür, dass Eingangsbereiche und Wege vom Schnee geräumt und gestreut sind, um Unfälle zu vermeiden.


Unterstützung durch professionelle Dienste

Die häusliche Pflege kann im Winter besonders anstrengend sein. Zögern Sie nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen:

  • Ambulante Pflegedienste: Diese können bei der Körperpflege, beim Einkaufen oder bei der medizinischen Versorgung unterstützen.
  • Essen auf Rädern: Ein Mahlzeitendienst kann die Versorgung mit warmen Speisen sicherstellen.
  • Beratungsstellen: Die Katholischen Sozialstationen Mittelbaden bieten umfassende Beratung und Hilfe an, um die Pflege optimal zu organisieren.
  • Tagespflege: Tagespflegeeinrichtungen bieten nicht nur Entlastung für Angehörige, sondern auch soziale Kontakte und abwechslungsreiche Aktivitäten für Pflegebedürftige.
  • Notrufsysteme: Richten Sie ein Notrufsystem ein, damit im Ernstfall schnell Hilfe gerufen werden kann.

Fazit: Mit guter Planung sicher durch den Winter

Eine gute Planung und Achtsamkeit sind entscheidend, um Pflegebedürftige sicher durch den Winter zu begleiten. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Unterstützung und achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit. Gemeinsam lässt sich die kalte Jahreszeit gut meistern. Mit der richtigen Planung und der Nutzung professioneller Angebote können Sie nicht nur für Sicherheit und Wohlbefinden sorgen, sondern auch die Wintermonate entspannter gestalten. Denken Sie daran: Eine starke Gemeinschaft hilft dabei, die Herausforderungen des Winters zu bewältigen.


Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung? Die Katholischen Sozialstationen Mittelbaden stehen Ihnen zur Seite. Kommen Sie gerne auf uns zu!

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